„HAAR–MACHT–LUST“ zeigt, wie sich die Haarmode im Laufe der Jahrtausende verändert hat. Welche Moden es gab und was das mit Religion und Gesellschaft zu tun hat. Dazu wurde die Ausstellung in verschiedene Themenbereiche eingeteilt wie „Vom Barbier zum Barbershop“ oder „Haar und Geschlecht“. Gezeigt werden unterschiedliche Exponate von verschiedenen Kontinenten, angefangen von klassischen Büsten über Fotoarbeiten bis hin zu Gemälden. Besonders spannend fanden wir die Tatsache, dass es bereits im alten Ägypten Perücken verwendet wurden. Kurioses gibt es noch einiges mehr, wie zum Beispiel das Gemälde einer Frau (um 1800) mit zusammengewachsenen Augenbrauen (einer sogenannten Monobraue), was zu der Zeit in Persien als Schönheitideal galt. Oder das Bildnis von Barbara van Beck (um 1650), die mit Hypertrichose geboren wurde und unter starker Körperbehaarung litt. Auch Dragqueen Conchita Wurst ist als eine Art Jungfrau Maria vertreten. Die Holzskulptur dem Titel „Conchita Wurst auf der Mondsichel“ wurde von dem Bildhauer Gerhard Goder geschaffen.

Aus dem Material Haar selbst lassen sich auch Kunstwerke herstellen, wie die filigranen Blätter der Künstlerin Jenine Shereos, an deren leichten Unperfektheit man ihren Ursprung ablesen kann. In der Mode sind Haare nicht nur auf dem Kopf ein Thema. Das Modehaus Schiaparelli hat zum Beispiel Kravatten aus Haaren fertigen lassen.
Letztlich dreht sich bei dem Haaren aber fast alles ausschließlich um gesellschaftliche Normen. Will man dazugehören oder wagt man den (politischen) Protest. Zu wenig, zu viel. Haare geben ergiebigen Gesprächsstoff. Vielleicht auch unter den Ausstellungsbesucher*innen.
Wer am Ende der Ausstellung sich selbst ausprobieren will, der kann sich mittels der beliebten Fotoboxen der Kunsthalle ins Barockzeitalter zurückbeamen lassen oder eine flotte Trollfrisur an sich testen . Zu Ausstellung finden zahlreiche Begleitveranstaltungen statt, wie Lesungen, After Work Events oder eine Filmreihe im Theatinerkino.
Tipp: Wer das Thema Haare zuhause nochmals vertiefen möchte, dem können wir den Ausstellungskatalog mitzunehmen empfehlen. Er kostet 40 Euro und kann vor Ort erworben werden.