Das Food-Kollektiv Krautcuisine stammt ursprünglich aus Dießen am Ammersee. Dort betreiben Christopher und Jan seit einigen Jahren ein kleines Häuschen, in dem sie ihre Workshops zum Thema Wildkräuter abhalten. Nun kommen sie mit Einzelworkshops und Dinner-Events nach München.
Wildkräuter-Workshop in den Isarauen

Der erste Workshop der neuen Reihe fand Anfang Mai in den Isarauen statt. Das Thema lautete „Frühlingshaftes Wildpflanzen- und Morchel-Menü mit Pilzexkursion“. Mit an Bord war der Pilzexperte Moritz Schmid von „Into the Woods“ aus Brandenburg, der bereits mehrere Bücher veröffentlicht hat.

Um Morcheln aufzuspüren, braucht es neben Fachwissen auch Erfahrung darüber, wo sie überhaupt wachsen. Man muss sich buchstäblich durch den Waldboden wühlen, und je nach Frühlingswetter fallen die Pilze mal größer, mal kleiner aus.

Unsere Truppe hatte Glück und entdeckte tatsächlich einige der seltenen Pilze, die in der Regel von März bis Mai auf kalkhaltigen Böden wachsen. Hast du welche im Korb, solltest du sie auf keinen Fall roh probieren – ungekocht sind Morcheln hochgiftig. Genau um dieses Wissen geht es in den Workshops von Krautcuisine: was alles, was uns umgibt, essbar ist und was man daraus machen kann. Vieles davon ist altes Wissen, das heute nicht mehr jedem präsent ist. Auch an passenden Rezepten mangelt es im Alltag oft.


Die Workshops machen Lust, Wildkräuter und ihren Geschmack wieder zu entdecken. Oft sind sie eine Alternative zu Produkten aus dem Supermarkt und haben zusätzlich eine heilende Wirkung. Christopher und Jan, beide ausgebildete Wildpflanzenpädagogen, schärfen den Blick fürs Detail. Denn für sie ist eine „Wiese mit Blumen“ eine Wiese mit Bocksbart, Wiesenschaumkraut, Spitzwegerich, Wiesenknopf, Dost, Steinklee und Schafgarbe.
Das 6-Gang-Menü mit Morcheln, Bärlauch und ungewohnten Texturen
Aus den gesammelten Pflanzen wird im Anschluss ein Menü zubereitet. In unserem Fall kamen allerdings schon tags zuvor gesammelte Pilze auf den Teller, da das Dinner in München nicht nur für Workshopteilnehmerinnen gedacht, sondern etwas größer angelegt ist. Das schafft mehr Planungssicherheit – es hätte auch passieren können, dass wir während der Exkursion nicht genügend Morcheln gefunden hätten. Um die Vorbereitung des 6-Gang-Menüs kümmerte sich Christopher mit einem kleinen Team aus Köchen.


Auf den Tellern landeten Gerichte wie Brennnessel-Chips, eine Frühlingskräutersuppe, Saibling auf Lindenblättern, ein Wildpflanzensalat mit Bärlauch und ein Douglasien-Sorbet – und natürlich die Morcheln mit Onsen-Ei und Fondant-Kartoffeln. Beim Dinner stehen nicht nur ungewohnte Aromen, sondern auch ungewohnte Texturen auf der Karte. Die Herkunft der übrigen Zutaten gehört zum Konzept: Die Erzeugerinnen werden namentlich auf dem Menü aufgeführt. Zu den Speisen gibt es eine Weinbegleitung sowie alkoholfreie Alternativen.
Die Location: Food-Fotostudio in der Isarvorstadt

Auch die Dinnerlocation lohnt einen Blick. Sie befindet sich im Food-Fotostudio Studio5 in der Isarvorstadt. Trotz Industrial Chic verkörpert der Ort schon rein optisch Kulinarik – mit einer Fülle an Geschirr in allen Formen und Farben in den Regalen und mit Wiesenblumen dekorierten Tischen. Wer mag, kann zudem einen Blick in die Küche werfen. Sie liegt um die Ecke: nah genug, um die Arbeit der Köche mitzubekommen, weit genug, um sich beim Essen nicht gestört zu fühlen.
Termine für Dinner und Workshops in München 2026
Die Dinner in München richten sich nach den Jahreszeiten und finden in der Regel alle drei Monate statt. Die Plätze sind stark limitiert und müssen im Voraus gebucht werden. Das Menü kostet 95 Euro, mit geführten Spaziergang 135 Euro. Die nächsten Termine sind:
27.06.2026 – Sommermenü mit Wildpflanzen und Blüten plus Blütenspaziergang
Weitere Kurse können in Dießen am Ammersee gebucht werden.