Blumenbar Verlag zurück in München

Das Archiv der ersten 10 Jahre des Blumenbar Verlags befindet sich ab Oktober 2022 in der Münchner Moncensia.

Der Blumenbar Verlag war seiner Zeit voraus. Gegründet quasi aus dem Wohnzimmer heraus, das zeitweilig als Lesebühne diente, haben die Gründer der Wolfgang Farkas  und der  Lars Birken-Bertsch den Literaturbetrieb in München erneuert.

Angefangen hat es Ende der 90ziger Jahre als der Verlagskaufmann Lars Birken-Bertsch  und der Journalist Wolfgang Farkas  in ihrer Wohnung einen Literatursalon gründeten. Sie wollten weg, von den altmodischen Lesungen im den Buchhandelungen und etwas Neues gestalten.

Wolfgang Farkas  und Lars Birken-Bertsch | Foto: Alescha Birkenholz für Blumenbar 

Bei einer der ersten Veranstaltungen hat dann ein Besucher ihnen eine Widmung hinterlassen und ihnen somit einen Namen geschenkt: Blumenbar. Sehr treffend für die ausgefallene Unterkunft gleich gegenüber des Viktualienmarkt, den man aus den runden Fenstern  sehen konnte.

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Die Lesebühne, Veranstaltungsort und Wohnung in der Blumenstrasse | Foto: Alescha Birkenholz für Blumenbar 

Es wurde gefeiert und gelesen bis das Manuskript des Nachbarn Franz X Karl den beiden auffiel und sie 2001 beschlossenn, es zu verlegen. Nach einem Jahr konnten sie unter anderem auch mittels der Clubbeiträge das Buch finanzieren. Die Grafik dafür übernahm die Berliner Illustratorin Chrish Klose, die direkt auf die Buchpappe auf Anweisung der beiden Jungverleger eine Waschmaschine packte. Ein Novum, zu einer Zeit, zu der es noch üblich war die Bücher mit einen Schutzumschlag zu versehen. Auf der Frankfurter Buchmesse präsentierten sie das Buch Memomat dann zum ersten Mal. Eine echte Waschmaschine war auch mit dabei. Sie diente als Messestand. Hier konnten die Besucher auch ihre Bücher durch einen Schleudergang auf ihre Qualität testen.

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Franz X Karl und Wolfgang Farkas signieren Memomat Bücher | Foto: Isarblog

Das Buch Memomat wurde ein Erfolg. Die beiden Verlagsgründer bekamen einen Förderpreis und im Jahr darauf durften sie schon zwei neue Bücher auf der Buchmesse vorstellen. Der Blumenbar Verlag lebte durch den Club, dessen Mitglieder vergünstigten Eintritt zu den Veranstaltungen hatten und via Email über Neuigkeiten informiert wurden. Alles zu einer Zeit, wo es noch keine Vernetzung via Socialmedia gab.

Schließlich begann auch in Investor den Independent Verlag zu unterstützen. Jedoch war es nicht einfach den Spagat zwischen Subkultur und kommerzielle Interessen zu schaffen. Themen waren Pop, Clubkultur, Kunst und Gesellschaft. Unter den Autoren waren unter andrem Autoren wie , Peter Licht, oder Leonard Cohen. Nach und nach machten andere Verlage  sich das Konzept des Bumenbar Verlags zu eigen, 2012 wurde der Blumenbar Verlag an den Aufbau Verlag in Berlin verkauft, der nun die Marke weiterführt.

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Auch spezielle Clubgegenstände finden den Weg ins Archiv | Foto: Isarblog

2022 zum 20jährigen Bestehen kommt ein Teil des Verlags nach Münchens zurück. Denn das Literaturarchiv der Stadt München hat das Archiv des Blumenbar Verlags aus den Jahren 1997 bis 2012 übernommen. Dazu zählen T-Shirts, Schlüssel, die jedes Mitglied bekam und eine speziell verpackte Erstausgabe des Buch Memomat und ein Datenstick.

Damit ist für Lars Birken-Bertsch und Wolfgang Farkas, der in den ersten Jahren nach dem Verkauf noch beratend für den Aufbau Verlag tätig war, endgültig Geschichte und sie können sich anderen Projekten zu wenden.

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