Zu einer Ausstellung der besonderen Art lädt das Haus der Kunst ein. Mit der Ausstellung Rirkrit Tiravanija, was auch zugleich auch der Name des Performancekünstlers ist. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen soziale Beziehungen. So auch in seiner Videoarbeit Eingang des Haus der Kunst. Sie entstand in Zusammenhang mit den Protesten in Thailand von 2009/10 und fragt nach Rolle der Regierung in Bezug auf persönliche Freiheit.

Da der soziale Aspekt im Vordergrund von Rirkit Tiravanijas Werk steht, braucht es die BesucherInnen diese mit Leben zu füllen. So zum Beispiel die Tischtennisplatten aus dem Jahr 2013. Sie sind eine Hommage an slowakischen Július Koller, der in den 70er Jahren. Er wollte mit seiner Arbeit die Menschen zur aktiven Kontemplation anzuregen. Seine Fragen nach Umwelt, Gesellschaft und Politik nimmt Rirkit Tiravanijas auf indem er „Morgen ist die Frage“ auf die Platten drucken hat lassen. Wie in der Vergangenheit auch, sind die Leute eingeladen, gemeinsam zu spielen und sich vielleicht im Anschluss an der Bar im Terrassensall ein Getränk zu holen und sich auszutauschen. Zur Auswahl stehen Bier oder Cola genauso wie bei Fassbinders Film „Angst essen Seelen auf“. Die neuverfilmte Sequenz von Rirkit Tiravanijas wird dort auch zu sehen sein genauso wie seine Heldin Barbara, die mit den Gästen Gespräche führt.

Darüberhinaus wird es Teezeremonien und Siebdruckworkshops geben und ganz zentral die Neuinszenierung der Oper Hanjo, die in Zusammenarbeit mit dem „Ja Mai“ Festival der Bayerischen Staatsoper gezeigt wird. Sie erzählt die Geschichte der Geisha Hanako, die auf die Rückkehr ihres Geliebten wartet. Basierend auf einem Drama aus dem 14. Jahrhundert hat Yukio Mishima als Einakter geschrieben. Entsprechend der Tradition des No Theaters kommen in der Inszenierung Masken und Fächer zum Einsatz. Visuell ist Hanjo sehr vielschichtig und ist als Gesamtkunstwerk zu sehen, wo Tänzer, Orchester, Zuschauer und Sänger zu einem Ganzen verschmelzen. Ganz im Sinne von Rirkit Tiravanijasverweben sich hier Kunst und Leben.