Eigentlich gibt es das Franz-Xaver-Stahl-Museum in Erding schon länger: Im September 2014 eröffnete es im ehemaligen Wohnhaus des Künstlers. Seit 2026 ergänzt jedoch ein Neubau im Garten des Grundstücks die Sammlung, der nun auch als neuer Eingang dient. Er ist aus Holz und Glas gestaltet und fügt sich dadurch unaufdringlich in den Garten ein. Von drinnen blickt man auf zahlreiche Apfelbäume, die im Frühling blühen und im Herbst für die Besucher*innen ein kleines Geschenk in Form von Obst bereithalten.

Die zusätzliche Fläche schafft zudem mehr Flexibilität. Im Wohnhaus von Franz Xaver Stahl kann man sein Atelier besichtigen und einige seiner Werke sehen. Im Neubau finden dagegen Sonderausstellungen und Veranstaltungen statt. Sie decken ein breites Spektrum ab und wechseln etwa alle sechs Wochen. Im Sommer 2026 war zum Beispiel die Ausstellung „The Fortune Teller“ des Berliner Künstlers Olaf Hajek zu sehen. Danach folgten zwei Ausstellungen mit Heimatbezug: „Künstlerische Schützenscheiben“ und „Farben des Schnees – Winterbilder aus Erdinger Kunstsammlungen“. Dazu gibt es ein Kinder- und Veranstaltungsprogramm, etwa mit Yoga, einem Scherenschnittkurs oder „Vino e Museo – Genuss und Geschichte“.

Zudem werden Führungen angeboten, die vier Euro pro Person kosten. Sie vertiefen die Geschichte des bekannten Tiermalers und Akademieprofessors Franz Xaver Stahl und liefern nützliche Hintergründe zu seinem Leben und Wirken. Anders als zum Beispiel im Münter-Haus sind die Wohnung und das Atelier im Obergeschoss so erhalten, als würde Franz Xaver Stahl dort noch wohnen. So liegt der letzte Zigarillo, den der Maler geraucht hat, noch im Aschenbecher neben der Staffelei.
Stahl wurde in dem denkmalgeschützten Biedermeierhaus geboren und lebte dort bis zu seinem Tod 1977. Seine Frau vererbte das Haus 2014 der Stadt Erding. Neben dem Werk Stahls ist im Erdgeschoss des ehemaligen Wohn- und Atelierhauses auch das des Tiermalers Georg Schlech (1899–1952) zu sehen, des ersten Mannes von Margarete Stahl. Von Mai bis Oktober kann zudem auf Anfrage der Luftschutzkeller im Garten besichtigt werden. Er diente den Stahls im Krieg als Zufluchtsraum.

Wer bei seinem Besuch Hunger oder Durst bekommt, findet in einer Ecke des Neubaus einen kleinen Cafébereich mit Tischen und Stühlen. Dort gibt es Getränke und eine Kleinigkeit zu essen. Das Museum ist ein echter Tipp für einen Besuch in Erding, den man auf keinen Fall versäumen sollte. Geöffnet ist es von Dienstag bis Sonntag von 13 bis 17 Uhr, montags ist geschlossen. Der Eintritt ist frei.