Ein Stück Viertelgeschichte zurück

Schwabinger Tor Bräu

Schwabing hat wieder eine Wirtschaft mit eigener Brauerei: Das Schwabinger Tor Bräu im Andaz München hat Anfang Oktober an der Leopoldstraße eröffnet. Küche, Stammtisch und Bier aus dem eigenen Sudwerk.

Schwabing hat wieder eine Wirtschaft, und sie braut selbst. Seit Anfang Oktober ist das Schwabinger Tor Bräu im Ostflügel des Andaz München Schwabinger Tor an der Leopoldstraße 170 geöffnet. Das Schwabinger Tor Bräu trägt einen Namen, der an den Schwabinger Bräu an der Münchner Freiheit erinnert, der bis 1919 bestand. Mit dessen Schließung endete damals die letzte lokale Brauerei im Viertel. 107 Jahre später wird hier wieder gebraut, mit dem Anspruch, dem Viertel eine eigene Brauerei zurückzugeben. Das Hotel gehört zur Hyatt-Gruppe, eröffnete 2019 als erstes Andaz-Haus in Deutschland und zählt 277 Zimmer.

Gebraut wird seit 2025 im Keller des Hotels, und seit September wird im gesamten Haus nur noch das eigene Bier ausgeschenkt. Einzige Ausnahme ist das alkoholfreie Bier. Der Braukeller misst knapp 70 Quadratmeter und beherbergt ein Drei-Geräte-Sudwerk sowie diverse Gär- und Lagertanks. Die mögliche Jahresproduktion liegt bei bis zu 100.000 Litern.

Lagertanks im Keller des Schwabinger Tor Bräu | Foto: Gerhard Bauer

Für die Sorten ist Braumeister Valentin Schöttke zuständig, der sie gemeinsam mit Frank Heckelmann entwickelt hat, dem General Manager des Andaz München. Heckelmann ist gebürtiger Franke, hat eine große Leidenschaft fürs Bier und betrachtet das Projekt als Herzensprojekt. Er behält dabei aber auch die Wirtschaftlichkeit im Blick. Die Produktionskosten für das Bier liegen unter dem Einkaufspreis beim bisherigen Lieferanten.

Braumeister Valentin Schöttke mit General Manager Frank Heckelmann | Foto: Gerhard Bauer

Das feste Sortiment umfasst das Helle Schwabinger Gold und das Weißbier Schwabinger Blau-Weisse, ergänzt durch saisonale Bock- und Festbiere. Die Rohstoffe sind biozertifiziert. Die Biere werden weder pasteurisiert noch filtriert oder konserviert, sondern nach dem Brauen durchgehend gekühlt. Unfiltriert heißt, dass Schwebstoffe im Bier bleiben, unpasteurisiert, dass es nicht durch Hitze haltbar gemacht wird. Ausgeschenkt wird im Wirtshaus sowie in den Restaurants und Bars des Hotels. Ein Teil des Sortiments gibt es zudem in Flaschen zum Mitnehmen oder auf Wunsch der Gäste in der Mini Bar im Zimmer, die ansonsten im Andaz alkoholfrei befüllt ist. Wer im Schwabinger Tor Bräu sitzt, trinkt damit dasselbe Bier wie an den übrigen Ausschankstellen im Haus.

Die Nachbarschaft ist das Publikum, das dieses Haus zuerst erreicht hat. Seit der Eröffnung kommen viele Gäste aus der Umgebung, die ein solches Lokal vermisst haben, und der Plan, das Viertel ins Haus zu holen, geht sehr gut auf. Auf der Karte stehen Brotzeitklassiker und Bratwürste in vielen Varianten, dazu Gulaschsuppe, Spinatknödel, Kalbsschaufelbraten und Dampfnudel mit Vanillesoße.

Forelle von der Fischzucht Birnbaum auf Kartoffelstampf mit Kapern | Foto: Gerhard Bauer

Die Speisekarte folgt einem modernen Wirtshaus-Stil, der Anspruch ist eine gehobene Wirtshaus- und Bierkultur mit Fokus auf Geselligkeit, Stammtische und Feierabende. Das Haus arbeitet direkt mit regionalen Produzenten und Partnern zusammen, die auf der Karte ausgewiesen sind. So kommt zum Beispiel der Fisch von der Fischzucht Birnbaum, die auch viele Fine Dining Restaurants beliefert. Drinnen stehen über 80 Plätze bereit, auf der großen Terrasse kommen insgesamt 128 Sitzplätze zusammen. Für Stammtische und größere Runden empfiehlt sich eine Reservierung, die online über OpenTable läuft. Warme Küche gibt es von 17:30 bis 21:30 Uhr, geöffnet ist das Haus von Dienstag bis Samstag zwischen 16 und 23:30 Uhr. Für Schwabing heißt das: Die Wirtschaft ist zurück, und sie braut selbst.

Schwabinger Tor Bräu

Im separaten Ostflügel des Hotels bei der Trambahnhaltestelle

Leopoldstraße 170
80804
München
öffnungszeiten Schwabinger Tor Bräu

Dienstag bis Samstag 16 bis 23:30 Uhr, warme Küche 17:30 bis 21:30 Uhr

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