Die neue Sonderausstellung in der Monacensia widmet sich dem Archiv von Rachel Salamander. Sie hat sich nach dem Studium der Germanistik, Philosophie und Romanistikin München, 1982 die erste jüdische Buchhandlung in der Maxvorstadt aufgemacht: die Literaturhandlung. Es ist die erste jüdische Fachbuchhandlung nach 1945 in Deutschland. Mit dem neu geschaffenen Ort in der Fürstenstraße hat Rachel Salamander jüdische Lebenswelten und Literatur wieder eine Präsenz in der Öffentlichkeit gegeben.
Während der Zeit in der Fürstenstraße 17 fanden viele Lesungen und Gespräche statt, u.a. war Marcel Reich-Ranick öfter zu Gast. Rachel Salamander hat von diesen Veranstaltungen Tonaufzeichnungen gemacht, die von der Monacensia digitalisiert wurden und zum Teil vor Ort angehört werden können.
Die Ausstellung ist unter anderem so konzipiert, dass die Besucher*Innen anhand von Mappen in das Archiv eintauchen und Teile des Bestandes selbst entdecken können. Desweiteren sind verschiedene historische Filmausschnitte (zum Beispiel von der Bambiverleihung 1989) zu sehen. In dem Kurzfilm „Dem Jüdischen Präsenz geben“ spricht Rachel Salamander ferner über ihre Sammeltätigkeit der letzten 40 Jahre.
Wer sich darüberhinaus für weitere Dokumente oder Fotos interessiert, der wird im Onlinedatenbank der Monacensia fündig. Denn weite Teile des umfassenden Archivs, das erst Ende 2022 in den Bestand der Monacensia aufgenommen wurde, sind bereits archiviert.


Eine Auswahl an Büchern im Veranstaltungssaal ergänzt die Ausstellung. Nicht nur die in der Buchhandlung vertretenden Autor*innen sind dort in der Leselounge zu finden, sondern auch Literatur von Rachel Salamander selbst, die zum Beispiel 1990 das Buch „Die Jüdische Welt von gestern 1860-1938“ veröffentlicht hat. Denn neben den Buchhandlungen in München und Berlin, arbeitete Rachel Salamander auch als Redakteurin und Herausgeberin.
Mit der Eröffnung des jüdischen Museums 2007 in München hat die Literaturhandlung ihren Standort in der Maxvorstadt aufgegeben und ist ins Foyer des Museums gezogen. Dort kann man bis heute jüdische Literatur erwerben. 2013 hat Rachel Salamander zudem den Verein »Synagoge Reichenbachstraße e.V.“ gegründet, der sich dafür einsetzt, dass die dortige Synagoge wiederhergestellt wird. 2025 wurde sie schließlich wieder eröffnet.

Rachel Salamander ist verheiratet mit dem Journalisten Stephan Sattler, einem Urenkel von dem Bildhauer Adolf von Hildebrand. Hier schließt sich ein Kreis, denn ihre Sammlung hat nun in der Monacensia, dem ehemaligen Haus des Urgroßvaters Sattlers, ein neues Zuhause gefunden.
Zu der Ausstellung ist zudem ein Lesebuch mit dem Titel „Literatur & Haltung Rachel Salamanders Archiv“ im Verbrecher Verlag erschienen. Die Autorinnen sind Anke Buettner und Tina Rausch. Begleitend werden in der Ausstellung Arbeiten der Künstlerin Miriam Salamander gezeigt, die sich unter anderem mit dem Druckkunst beschäftigt.