Das rodeo versammelt alle zwei Jahre bekannte Künstler*innen und spannende Neuentdeckungen an verschiedenen Spielorten der Stadt. Das Programm 2026 haben Antonia Beermann und Ute Gröbel gemeinsam mit der Kuratorin Anna Donderer gestaltet.
Das Motto „Holding Ground“ passt in eine Zeit, in der vieles ins Wanken gerät: gesellschaftliche Gewissheiten, Grenzen und Vorstellungen davon, wer wohin gehört. Die zehn Arbeiten des Festivals suchen nach neuen Standpunkten und Verbindungen – zwischen Menschen und ihrer Umwelt, Körpern und Materialien, Vergangenheit und Gegenwart. Mal leise und poetisch, mal laut und direkt, immer aber mit einem Gespür für Themen, die unter die Haut gehen.

Dabei ist die Bandbreite groß: Schauspiel, Tanz, Musiktheater, Performance, Akrobatik und Arbeiten für junges Publikum treffen aufeinander. Rykena/Jüngst suchen in „Stripping Bolero“ sinnlich und humorvoll nach choreografischen Formen des Höhepunkts. Alina Belyagina verbindet in „Giving back the Blessings“ Clubkultur, Folklore und Ritual zu einer kollektiven Choreografie. In „Symbiosis“ entwerfen Kolja Huneck und Luuk Brantjes ein poetisches Zirkusuniversum über die Verletzlichkeit unserer Umwelt, während Quindell Orton in der Uraufführung „Making of an Animal“ die Grenzen zwischen Mensch und Tier verschwimmen lässt.
Auch die weiteren Produktionen greifen starke Themen auf: die Geschichte der jüdischen Unternehmerin Rosa Klauber, Erfahrungen von Behinderung und Ausgrenzung, Gewalt und Widerstand im Białowieża-Wald oder Kämpfe um Repräsentation und Teilhabe. Es geht um Raub und Besitz, um die Geschichten von Gastarbeiter*innen und um die Frage, wie wir miteinander leben wollen. Gesprochen, gesungen und performt wird auf Deutsch, Englisch, Französisch, Türkisch, Kurdisch und Polnisch – mit Gebärdensprache, Musik, dokumentarischem Material und Rauminstallationen.

Neben den Aufführungen gibt es ferner Workshops und Gespräche. Der Impulstag „Dig it!“ widmet sich ungehörten Geschichten und alternativen Archiven. Zum Festivalabschluss am 17. Oktober feiert das HochX außerdem sein zehnjähriges Bestehen – mit der Performance „bonappétitsixsixsix“ von Alex Franz Zehetbauer, einem Live-Gig und einem Party-Set von DJ BiMän.