20 Jahre „Radikal Jung“ – das will gefeiert werden. Deshalb gibt es gleich zu Beginn eine große Eröffnungsparty im Foyer des Volkstheaters. Der Schwerpunkt des Festivals liegt auch dieses Jahr wieder auf Regiarbeiten junger Regisseur*innen. Dazu wurden zwölf Stücke und Performances aus ganz Deutschland und Frankreich nach München eingeladen.
Eröffnet wird das Festival von „Antigone“ des Hessischen Staaatstheater Wiebaden. Mikheil Charkviani inszeniert die Fassung von Roland Schimmelpfennig. Vom Theater Bremen kommt „Der Zauberer von Öz- Eine Fußballtragödie“ (von Akin Emanuel Șipal), welche vom Aram Tafreshian inszeniert wurde. Dieser hat anhand der Biografie von von Mesut Özil einen schrillen, unbequemen und einfallsreichenAbend über Migration in der Fußballnation Deutschland zusammengestellt.

In der Satire von „Toxische Pommes“ und in „Die Allerletzten“ von Marco Damghani (Maxim Gorki Theater Berlin) geht es um politische Identitäten, (Paar-)Beziehungen und neue Wohnsituationen. Ähnlich wie in „Minihorror“ von Barbi Markovićs des Theater Magdeburgs, das von Traumata, Alltag und Migration erzählt. Das Münchner Volkstheater zeigt „Die Nashörner“ von Eugène Ionesco in der Inszenierung von Anna Marboe. Aus Marseille von der „Groupe Crisis“ kommt das Tanzstück „Unruhe“, das den Veitstanz zum Thema hat, der 1518 die Einwohner Straßburgs heimsuchte und über mehrere Wochen lang anhielt.

Olivia Hyunsin Kim befasst sich in ihrer partizipativen Performance „Hello“ mit dem abgeschotteten Land Nordkorea und wie es von außen wahrgenommen wird. Ebenfalls mit dabei das Stück „Anleitung ein anderer zu werden“ nach dem Roman von Édouard Louis des Thalia Theater Hamburgs, umgesetzt von Chiara Liotine sowie „Opera of Hope“ des Kampfnagels Hamburg, das sich mittels Oper, Gospel, Chor- und Sologesang mit der „Dekolonisation der Ohren“ auseinandersetzt. Das Theater Freiburg ist mit der Inszenierung „Heidi“ in der Regie von Lena Reißner vertreten und das Vagantentheater Berlin mit Dürrenmats „Der Besuch der alten Dame“ von Lily Kuhlmann.
Was bei einem erfolgreichen Festival nicht fehlen darf, ist Klatsch. Deshalb wird mit den Popcoernern am 28. April und am 1. Mai beim Gossipstammtisch ordentlich getratscht.
Nach den Vorstellung entscheidet das Publikum über seine Lieblinge. Die Produktion mit den meisten Stimmen, bekommt am 3. Mai 2026 dann den Publikumspreis verliehen. Das Festival endet, so viel es begonnen hat, mit einer großen Party mit DJ Timothy Lush von den Kytes an den Plattentellern.