2023 feierte das Schloßmuseum Murnau sein 30jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass übergab die KK-Stiftung Murnau dem Museum seine Blaue Reiter-Sammlung als Dauerleihgabe. Sie umfasst Werke von Gabriele Münter, Wassily Kandinsky, Marianne von Werefkin und Alexej von Jawlensky zwischen 1908 und 1910. Sie zählen neben den Werken von Franz Marc, August Macke, Heinrich Campendonk und Alfred Kubin zu den Hauptwerken des deutschen Expressionismus.
Diesen Künstler*innen werden in der Ausstellung Bilder von Paul Klee gegenübergestellt. Sie stammen ebenfalls aus der Sammlung der KK-Stiftung und sind nur im Rahmen von „Paul Klee – Der Poet des Blauen Reiter“ zu sehen, bevor sie wieder an die Stiftung zurückgehen. Das macht die Ausstellung so einzigartig.
Die Künster*innen des Blauen Reiter hielten sich bereits ab 1908 in Murnau auf und schlossen sich 1911 offiziell zu einer Künstlergruppe zusammen. 1914 löste sie sich dann wieder kriegsbedingt auf. Paul Klees hatte eine enge Bindungen zu dem Künstlerkreis des Blaue Reiter. So arbeitete am Almanach des Blauen Reiters mit und stellte 1912 zusammen mit ihnen seine druckgrafischen Werke aus.
Kurz danach machte Paul Klee sich nach Paris, wo er Robert Delaunay und den Kubismus kennenlernte. Zwei Jahre später reiste er zusammen mit August Macke und Louis Moilliet, nach Tunis (1914). Zu sehen in der Ausstellung ist von dieser Reise zum Beispiel ein Blatt mit dem Titel „Hamammet“ (Blick in d. Gärten).
Der Malstil der Gruppe führte Klee zu einer eigenen Form von Abstraktion und Farbgebung. Das sieht man besonders gut bei der Gegenüberstellung mit den Werken seiner Zeitgenoss*innen.
Generell umfasst die Ausstellung ein breites Spektrum seines Werkes. Paul Klee hat er seine Werke oft auch zerteilt und wieder zu neuen Kunstwerken zusammengesetzt, um sich auf ein Motiv zu konzentrieren, wie Garten (1918) oder Schicksal-Stunde des Kaisers (1922).
Speziell waren auch die Titel, die Paul Klee seinen Arbeiten gab. Die meisten davon hatten etwas Poetisches, wie „Rhythmie der Fenster und Tannen“, „Guter Fischplatz“, „Das Fest der Astern“, „Ein Genius serviert ein kleines Frühstück oder die Schicksal-Stunde“. Diesem Umstand verdankt die Ausstellung auch ihren Titel.
Paul Klees Atelier befand sich (von 1908) bis 1919 in der Feilitzschstraße in München. Danach unterrichtete der Künstler von 1920 bis 1931 am Bauhaus in Weimar und Dessau,
Empfehlenswert auch die Ausstellung „Die fabelhaften Alben des Alfred Mayer (1860 –1932) gleich im Nachbarraum. Diese geht noch bis zum 8. November 2026.