Die neue Ausstellung im Literaturhaus entführt große und kleine Besucher*innen in eine Welt der Fantasie. Entworfen wurde sie von dem tschechischen Künstler*innenkollektiv um Matěj Forman. Sie haben eine märchenhafte Welt erschaffen, die es zu entdecken gilt. Die Tradition Geschichten zu erzählen liegt in der Familie. Matěj und sein Zwillingsbruder sind Söhne des berühmten Filmregisseurs Miloš Forman.
Das Schöne an der Ausstellung ist, dass sie aktiv anregt, nicht nur Geschichten zu erleben, sondern auch eigene zu erzählen. Zum Beispiel können die Besucher*innen ausprobieren, wie es sich anfühlt, selbst Marionetten zu spielen oder Dinge mittels einer Kurbel in einem Guckkasten (den „Hybohledy“) in Bewegung zu setzen.

Visuell hat das Imaginarium eine ganz eigene Sprache, die mal ironisch, mal witzig und manchmal auch ein klein bisschen schaurig ist. Man sollte sich beim Gehen durch die Ausstellung Zeit nehmen, denn an jeder Ecke warten neue, oft winzige Details.
Das Puppentheater hat in Tschechien und er Slowakei eine lange Tradition und gehört inzwischen zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. In Prag gibt es neben dem bekannten „Nationales Marionettentheater“, auch eine freie Szene. Das Imaginarium gehört zu letzterem. Es hat seinen Beginn in den 1980er Jahren genommen, wo die beiden Brüder mit ihren Marionetten auf der Theaterkirmes der Prager Schützeninsel auftraten. Das Spiel setzten sie in Form eines freien Kollektivs ohne feste Bühne fort. Eines ihrer kuriosesten Projekte war, einen Schiffsbauch in ein Theater zu verwandeln und damit auf Tour zu gehen.
»Ich bin überzeugt, dass wir mit dem IMAGINARIUM der menschlichen Seele und dem menschlichen Herzen viel näherkommen, als die digitale Welt es vermag.« Matej Forman

Zur Ausstellung gibt es ein Begleitprogramm. Dieses richtet sich vorwiegend an Kinder. Darüber hinaus werden regelmäßig Ausstellungsführungen angeboten. Für Erwachsene wird am 25.1. 2026 der Film „Durch diese Nacht sehe ich keinen einzigen Stern“ von Dagmar Knöpfel über die tschechische Schriftstellerin Božena Němcová gezeigt. Tschechien war dieses Jahr übrigens Ehrengast der Frankfurter Buchmesse.