Japan im Westend

Ibasho im The Dean Munich

Im The Dean Munich hat mit Ibasho ein neues japanisches Restaurant eröffnet. Eine Woche nach dem Start vor Ort: Sushi in seiner ganzen Vielfalt, Gerichte vom Robata-Grill und eine neue Bar.

Wo bis vor kurzem das Izakaya Munich residierte, ist mit Ibasho ein neues japanisches Restaurant eingezogen. Es liegt im Erdgeschoss des The Dean Munich, dem neuen Hotel der irischen Lifestyle-Marke Dean Group in der Landsberger Straße 68, im ehemaligen Gebäude des Roomers. Mit 281 Zimmern ist es das bislang größte Haus der Marke, die im Februar 2026 mit einem Standort in Berlin-Charlottenburg erstmals außerhalb Irlands eröffnet hatte. Wir waren Mitte Juli im Rahmen eines Presse Dinners dort zu Gast, gut eine Woche nach der Eröffnung.

Vom Izakaya zum Ibasho

Wer das Izakaya noch kannte und zum ersten Mal das Ibasho betritt, dem wird der Wandel sofort bewusst. Das Izakaya war für mich ein Ort der Nacht, geprägt von schwarzen Flächen und Kunstlicht, auch bekannt für seine Brunch-Partys mit DJ. Das Ibasho dagegen ist deutlich heller. Für das neue Raumkonzept, das sowohl das Restaurant als auch die öffentlichen Bereiche des Hotels umfasst, zeichnet die Innenarchitektin Tatjana von Stein verantwortlich. Der Stil ist ein interessanter Mix aus Art-Deco-Anklängen, Seventies Vibes und japanischer Innenarchitektur, getragen von warmen Rottönen und beigen Wänden. Der Fledermaus Stuhl von Joseph Hofmann wurde vor 100 Jahren in Wien entworfen und feiert hier ein gelungenes Comeback.

Das Restaurant Ibasho im The Dean Munich | Foto: thedeanhotels.com

Auch die Bar ist neu angeordnet: Sie liegt zu einem Teil hinter einer Zwischenwand auf einem Podest. An der Bar sitzt man nicht mehr auf Hockern, sondern in bequemen Sesseln, die an den Panton Chair erinnern. Durch den Höhenversatz des Podests befinden sich die Gäste auf Augenhöhe mit den Barkeepern.

Die neue Bar im The Dean / Ibasho | Foto: Monika Schreiner

Die gegenüberliegende Sitzgruppe ist dagegen versenkt angelegt, hier sitzt man in einer gemütlichen Runde beisammen. Dort wurde uns der Aperitif serviert, und gleich die nächste Überraschung wartete: Neuer Barchef im The Dean ist Philipp Fröhlich, vielen Münchnern vor allem aus der Trisoux Bar bekannt, die er von 2017 bis Ende 2025 in der Müllerstraße betrieben hat. Fröhlich ist für alle Bars im Hotel verantwortlich, mit dieser Verpflichtung zeigt das Haus, wie wichtig ihm das Thema Bar genommen wird und dass es auch die Münchner Cocktailszene in die Landsberger Straße locken will. Passend zum Restaurant ist das Barkonzept japanisch geprägt. Wir starteten den Abend mit dem Ao Blue, einem Gimlet mit Roku Sakura Bloom Gin, Dolin Blanc Vermouth, Shiso und Verjus.

Auftakt mit Vorspeisen und Sushi

Im Restaurant selbst ging es weiter mit den Vorspeisen, die wie alle Gerichte im Sharing Style serviert werden. Man sitzt bequem, die Einrichtung ist stilvoll und gelungen. Die größte Überraschung war hier der Baby-Spinat-Salat mit Yuzu-Trüffel-Dressing, der uns sofort begeistert hat. Ebenfalls sehr gut: die Baby-Brokkoli-Tempura mit gereiftem Parmesan und Kimchi-Gewürz sowie die Wolfsbarsch-Ceviche mit Süßkartoffel und Mango. Ein gelungener Auftakt.

Beim Sushi war die Variation mit diversen Maki-Varianten in Ordnung, richtig gut gefallen hat uns dagegen das Oshi-Zushi, eine klassische japanische Form der Sushizubereitung. Dafür wird das Sushi mit einem Oshibako, einer Holzform, in Form gepresst. Im Ibasho wird das Oshi-Zushi mit Thunfisch- und Lachstatar belegt und mit Wasabi, Avocado und Arare, geröstetem Reis, verfeinert. Als Weinbegleitung wurde der Eisquell Riesling von Battenfeld-Spanier serviert, eine gute Wahl, da Riesling zu Sushi fast immer passt.

Oshi Zushi im Ibasho München
Das Oshi-Zushi wird eindrucksvoll angerichtet | Foto: ISARBLOG

Hauptgerichte vom Robata-Grill

Weiter ging es mit Hauptgerichten vom japanischen Robata-Grill: einem perfekt gegarten Rib-Eye-Steak mit drei verschiedenen Saucen, Sukiyaki mit Tofu und Glasnudeln sowie geröstetem Kohl mit Trüffel. Dazu kam der Black Cod mit scharfem Miso.

Dessert und Bar-Finale

Beim Dessert hatte die Bar noch einmal ihren großen Auftritt: Der Yuki Royale ist eine japanische Interpretation des Kir Royal. Creme de Cassis mit Süßkartoffel-Shochu und Champagner wird vor dem Gast auf Kakigori-Eis gegossen. Für die Zubereitung steht in der Bar eine original Kakigori-Maschine, in die ein Eisblock eingespannt wird, von dem eine Klinge feine Eisflocken abschabt. Unbedingt probieren, die Mochi mit frischen Früchten kann man dagegen weglassen, die gibt es mittlerweile in fast jedem asiatischen Restaurant und schmecken überall genau gleich.

Küchenchef Alex Craciun hat nach unserem Eindruck noch nicht ganz das Niveau des Vorgängerrestaurants Izakaya erreicht. Das tut dem Gesamteindruck aber kaum Abbruch: Man isst im Ibasho ausgezeichnet und verbringt einen schönen Abend in einer ganz besonderen Atmosphäre, weil Design, Bar und Konzept die kleinen Schwächen in der Küche mehr als ausgleichen. Der eigentliche Star des Hauses ist derzeit die Bar: Mit Philipp Fröhlich an der Spitze hat sie schon jetzt spürbar Format und noch reichlich Potential, sobald sich das Konzept eingespielt hat.

Was dem Ibasho noch fehlt, ist eine präsente Restaurantleitung, die das junge Serviceteam führt. Aktuell schließt Philipp Schreyer als Gastgeber diese Lücke so gut es geht, die Position soll bis September besetzt werden. Dann steht dem neuen Hotel und Restaurant mit dem Beginn der ersten Oktoberfest-Saison auch gleich die erste echte Bewährungsprobe bevor. Insgesamt ist das ein spannender Neustart: Das Lokal hatte zum Zeitpunkt unseres Besuchs erst eine Woche geöffnet, und in der Gesamtschau wirkt das Hotelkonzept des The Dean Munich schon jetzt bemerkenswert rund.

Red Room wird zur Listening Bar

Auch den ehemaligen Red Room gibt es in seiner alten Form nicht mehr. Für diesen Raum hat sich das Hotel ein besonderes Konzept ausgedacht: Ab September soll hier eine Mischung aus Speakeasy und Listening Bar entstehen, geöffnet von Donnerstag bis Samstag für Gäste des Hauses. In der neuen Bar gilt dann eine strikte No-Photo-Policy, die Gäste sollen sich wieder auf das Wesentliche konzentrieren und einen entspannten Abend bei guten Drinks und ausgewählter Hintergrundmusik verbringen. Mehr dazu, sobald wir selbst zum ersten Mal dort waren.

Vielen Dank für die Einladung zum Presse Dinner!

Ibasho

The Dean Hotel Munich

Landsberger Str. 68
80339
München
öfnungszeiten Ibasho

Montag bis Donnerstag 18 - 23 Uhr / Freitag und Samstag 18 - 23:30 Uhr

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