Das Literaturhaus München am Salvatorplatz ist eine der bedeutendsten kulturellen Institutionen der Stadt. Es vereint Literatur, Geschichte und Begegnung in einem einzigartigen Ambiente. In diesem Blogartikel werfen wir einen Blick auf die faszinierende Geschichte des Gebäudes, seine heutige Nutzung und die besondere Atmosphäre, die es zu einem Muss für Literatur- und Kulturinteressierte macht.
Die Geschichte des Gebäudes
Das Literaturhaus München befindet sich in einem geschichtsträchtigen Gebäude, das eine bewegte Vergangenheit hat. Ursprünglich stand an diesem Ort die Salvatorkirche, die 1480 als Friedhofskirche der Frauenkirche erbaut wurde. Der umgebende Friedhof wurde im 18. Jahrhundert zum Marktplatz umgewandelt, was dem Platz neues Leben einhauchte.
1885 beschloss der Münchner Magistrat, am Salvatorplatz ein Schulgebäude im Stil der Neurenaissance zu errichten. Der Markt wurde zunächst in das Erdgeschoss integriert, doch 1906 endete der Marktbetrieb, und das Gebäude wurde vollständig zur Schule umgebaut. Im Laufe der Jahre beherbergte es verschiedene Bildungseinrichtungen, darunter die erste Mädchenrealschule Bayerns.
In den 1990er Jahren war das Gebäude stark sanierungsbedürftig. Der Münchner Stadtrat entschied 1993, es einer neuen Nutzung zuzuführen: Es sollte ein Ort für Literatur entstehen. Nach umfassenden Renovierungsarbeiten öffnete das Literaturhaus München im Juni 1997 seine Türen. Seitdem ist es ein zentraler Treffpunkt für Schriftstellerinnen, Verlegerinnen und Literaturbegeisterte.
Ein Treffpunkt für Literatur und Kultur
Das Literaturhaus München ist weit mehr als nur ein Veranstaltungsort – es ist ein lebendiger Treffpunkt für alle, die sich für Bücher und Kultur interessieren. Jährlich finden hier rund 150 Lesungen, Diskussionen und Tagungen statt. Wechselnde Ausstellungen zu literarischen und künstlerischen Themen laden dazu ein, neue Perspektiven zu entdecken. Themen wie „Natur in der Literatur“ oder Ausstellungen über berühmte Illustratoren wie Christoph Niemann sind nur einige Beispiele. Die Veranstaltungen ziehen nicht nur lokale Besucher*innen an, sondern auch internationale Gäste. Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Philosophie bereichern die Podiumsdiskussionen mit spannenden Einblicken. Auch bekannte Namen wie Gerhard Polt oder Deniz Yücel waren hier bereits zu Gast.
Architektur und Atmosphäre
Die Architektur des Literaturhauses verbindet historische Elemente mit moderner Gestaltung. Besonders beeindruckend ist die lichtdurchflutete Stahl-Glas-Konstruktion auf dem Dach, die einen atemberaubenden Blick über die Dächer Münchens bis zur Kuppel der Theatinerkirche bietet. Die Innenräume bewahren den Charakter des ehemaligen Schulgebäudes: Großzügige Flure und hohe Decken schaffen eine offene Atmosphäre, während der ehemalige Turnsaal heute als Bibliothek dient. Im Erdgeschoss befindet sich die Brasserie OskarMaria, ein beliebter Treffpunkt mit Kaffeehaus-Charme. Hier können Besucher*innen bei einem guten Buch oder einem Gespräch entspannen – ein perfekter Ort für literarische Inspiration.
Angebote für Jung und Alt
Das Literaturhaus legt großen Wert auf Nachwuchsförderung und Bildung. Die Bayerische Akademie des Schreibens bietet Seminare und Workshops für junge Autorinnen an. Studierende können hier ihre Fähigkeiten im kreativen Schreiben vertiefen und von erfahrenen Dozentinnen lernen. Auch Schulen profitieren von den Angeboten des Hauses: Projekttage und Lehrerfortbildungen machen das Literaturhaus zu einem wichtigen Partner in der Bildungslandschaft Münchens.
Das Literaturhaus München ist nicht nur ein Ort der Begegnung für Literaturliebhaber*innen, sondern auch ein Symbol für den kulturellen Reichtum der Stadt. Mit seiner faszinierenden Geschichte, seiner modernen Architektur und seinem vielfältigen Programm bietet es für jeden etwas – ob Lesungen, Ausstellungen oder Workshops.